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2.7. Geometrie Geometrische Formen treten nicht nur in reiner Form (Architekturelemente) auf, sondern auch als stilisierte Pflanzendarstellungen, die man auf diese Weise nicht als Nachahmung der Natur betrachtete, sondern als eine "Herausziehung der Schönheit" aus dem Material selbst, wo diese als (ein) Potenzial bereitstand.395 So ist aus einigen schriftlichen Berichten (396) eine Vorliebe, ja sogar eine künstlerische Schönheitsvorstellung, in bildlosen, abstrakten, geometrisch stilisierten Pflanzen und Tierdarstellungen, zu erkennen. Die Betonung der Einheit Gottes, der Einheit der Schöpfung, der "Einheit der Vielheit"(397) und der "Vielheit in der Einheit",(398) somit aber Klarheit über den Sinn des Bilderverbots, kann kaum besser als mithilfe der "spekulative Weise", durch die geometrische Abstraktion der Formen, zum Ausdruck gebracht werden. So wird beispielsweise die Form einer Rose in ihre Bestandsteile bis hin zu ihrer ursprünglichen Substanz zerstückelt. Sie wird transformiert und ins "Schattenlose" übertragen, immer und immer wieder, und zwar so lange, bis daraus eine Arabeske entsteht, die dadurch auch als Verwirklichung der Atomistischen Theorie, im Sinne einer philosophischen Betrachtungsweise der Schöpfung verstanden werden kann. "Schattenlose" Figuren, stark stilisierte und in die Fläche hineinprojizierte Körper waren aus der Sicht der frühen islamischen Künstler und der Orthodoxie durch diese Darstellungsweise "des Lebens beraubt" und solche Bilder wurden nicht verboten. Genauso malte man einfache Striche durch die Hälse der dargestellten Figuren, um sie so zu "köpfen" und "des Lebens zu berauben." Dadurch wurde klar zum Ausdruck gebracht, dass die Darstellungen, und gleichzeitig die verantwortlichen Künstler, nicht Gottes Schöpferkraft nachmachen wollten. Die Ornamentik gab den Künstlern mit Hilfe der geometrischen Erkenntnissen eine neue Sicht der Dinge und eine neue Möglichkeit ihre Künste "gesellschaftstauglich" zu machen(um das Bilderverbot zu umgehen). Der Ursprung der Geometrik, als wichtiger Teil islamischer Kunst, liegt u.a. bei den vorislamischen Nomaden, deren Kunst der Teppichweberei und die daraus entwickelter Rhythmik in der Formdarstellung, sich mit der Metrik der Araber und (auf diesem Gebiet) bewahrten pythagoräischen Theorien, vermischte. Fussnoten: 391. Grabar, Oleg: Die Moschee, in: Hattstein, M. u. Delius, P.: Islam-Kunst., 397. Ebd., S.152. |